Kreatives Schreiben – Tag 106

Kreatives Schreiben – Tag 106

Als Lilly sich weinend über den Leichnam ihrer Freundin beugte und ihr das blutgetränkte, lange Haar aus dem Gesicht wusch, wandte Kaila ihren Blick ab, bevor sie ebenfalls zusammenbrach.

Da bemerkte sie, wie sich eine Maschine zielgerichtet auf sie zu bewegte und alle anderen Bewohner, die an ihr vorbeiströmten, ignorierte.

Als sie panisch zu ihren Freunden herumwirbelte, erblickte sie eine weitere Maschine, die ebenfalls gezielt auf sie zuschritt.

»Sieht aus, als ob sie es auf dich abgesehen hätten.« Jason stellte sich neben sie.

»Wir müssen schleunigst von hier verschwinden!«, stieß Kaila heiser aus und versuchte Lilly, die vor Trauer bebte, von Olive loszureißen.

»Nun bist du in den Händen Gottes, wo dir kein Leid mehr wiederfahren wird.« Lilly gab ihr noch einen Kuss auf die Stirn und ließ sich dann weinend in die Arme von Kaila fallen, die im selben Moment ihre Tränen nicht mehr zurückhalten konnte. »Führe mich hier weg, Kaila!«, wimmerte sie und ließ wieder von ihr.

»Greg?« Kaila richtete sich an den jungen Mann, der Olive zitternd in seinen Armen hielt.

»Ich bleibe bei ihr«, sagte Greg, ohne seinen Blick von seiner Freundin zu lösen. »Ohne sie hat das Leben keinen Sinn mehr für mich.«

»Greg …«, begann Kaila zaghaft.

»Na los! Verschwindet!« Erbittert blickte Greg zu Kaila auf, bevor er seinen Kopf wieder senkte und Olive noch näher an sich heranzog.

»Kaila, es kommen immer mehr Maschinen auf uns zu!«, erklang Jasons Stimme nervös und Kaila blickt in die Menge, wo mittlerweile mehrere Maschinen keine zehn Schritte mehr entfernt waren.

»Lasst uns verschwinden«, krächzte Kaila.

»Gut, folgt mir.« Sofort schob sich Jason zu dem halb eingestürzten Treppenhaus vor, wo er Stufe für Stufe hoch in die oberste Etage nahm. Kaila folgte ihm mit Lilly.

Oben angekommen überlegte Jason kurz, bevor er in einen breiten Korridor bog.

»Wo willst du denn hin?«, fragte Kaila nach einer Weile skeptisch.

»Ich bringe euch nach oben aufs Dach!«, erklärte Jason und nahm ein paar Stufen, die in den letzten Korridor führten, in dem sich noch Strohballen von der nicht beendeten Ernte an den Seiten zu Haufen stapelten. Sobald sie die Luke erreicht hatten, halfen Kaila und Lilly Jason sie zu öffnen und nacheinander stiegen sie hinauf.

Ein starker Regen durchnässte rasch ihre Kleidung, die nicht mehr durch einen Umhang geschützt wurden und sie begannen vor Kälte zu zittern.

»In Ordnung, ihr wartet hier, während ich zurücklaufe und den anderen helfe.« Jason wandte sich zu den übrigen um.

»Das ist doch nicht dein Ernst?«, reagierte Kaila schockiert. »Niemals werde ich dich alleine …« Sie stockte und fixierte einen Punkt hinter Jasons Schulter. Voll panischer Erwartung drehte Jason sich langsam herum. Dort waren sechs Maschinen hinter den hohen Gräsern hervorgetreten. Mit ihren gelben Augen fixierten sie die drei, als ob sie sie schon erwartet hätten.

Anmerkung der Autorin:

Über 100 Tage und die Ideen gehen mir zum Glück noch nicht aus.

© Patrizia K. Werner 2019

Alle Rechte, einschließlich des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.

Dies ist eine fiktive Geschichte, Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen, Orten und sonstigen Begebenheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

    1. Thanks! 🙂

  1. Long time supporter, and thought I’d drop a comment.

    Your wordpress site is very sleek – hope you don’t mind me asking what theme you’re using?
    (and don’t mind if I steal it? :P)

    I just launched my site –also built in wordpress like yours– but the theme slows (!) the site
    down quite a bit.

    In case you have a minute, you can find it by searching for „royal cbd“ on Google (would appreciate any feedback) –
    it’s still in the works.

    Keep up the good work– and hope you all take care of yourself during the coronavirus scare!

    1. Hi,

      thanks for your comment 🙂
      I use OceanWP. But I made some adjustments with Elementor.
      I like your site. I’s clear and simple. So, I wouldn’t change anything.

      Keep up the good work, too.

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