Kreatives Schreiben – Tag 99

Kreatives Schreiben – Tag 99

»Kaila, komm! Wir müssen hier weg!«, brüllte Jason und hielt sich dabei stöhnend vor Schmerz den gebrochenen Arm fest. Aber Kaila hörte ihn nicht und hob den Kopf, um durch die Menge zu den mechanischen Streitern zu blicken. Nach und nach lösten sich mehrere Maschinen von der großen Gruppe, die gegen die Streitkräfte kämpfte, und schritten durch die Menge. Dabei hielten sie ihre Waffen auf die panische Masse gerichtet und schossen erbarmungslos auf jeden, der in ihrer Nähe war, Verängstigt strömten die Menschen verängstigt auseinander. Da erkannte Kaila hinter dem in Flammen stehenden Baum, wie eine dunkle Frau im goldbraunen Gewand am ausgestreckten Arm einer der Maschine in die Luft gehoben wurde. Sie strampelte wie wild und versuchte sich aus dem Würgegriff zu befreien. Dabei wehrten weitere mechanische Arbeitskräfte die zur Hilfe eilenden Menschen ab. Pfeile flogen genau auf die Maschinen zu, doch sie barsten an deren Panzerung.

Doch ein Pfeil traf eins der Schläuche, das an dem Schultergelenken der Maschine heraushing. Sofort gab der Arm etwas nach, sodass sie die Frau beinahe hatte fallen lassen. Doch sogleich griff die Maschine mit ihrem zweiten Arm ebenfalls zu und drückte die Finger so fest zusammen, dass die Frau eine Sekunde später leblos in ihren Händen baumelte. Dann ließ sie die Frau fallen und drehte sich in Kailas Richtung.

Gänsehaut überkam Kaila. Denn es wirkte als ob die Maschine sie nun direkt anblicken würde.

»Kaila! Komm jetzt!«, rief Jason lauter werdend und kämpfte gegen die treibende Masse an, um nicht von ihr getrennt zu werden. Da hob die Maschine ihren unbeschädigten Arm und griff nach einem breiten Gewehr an seinem Schultergurt. Dann richtete es die Waffe direkt auf sie und Kaila spürte ihren Herzschlag unter ihrem Hals stocken, als ihr bewusst wurde, dass es tatsächlich auf sie zielte.

Doch in dem Moment, als es den Abzug drückte, duckte Kaila sich so schnell, dass der Raum um sie herum verschwommen wurde. Sogleich überprüfte sie, ob sie getroffen wurde, als sie hinter sich Greg laut aufschreien hörte. Erschrocken fuhr sie herum und erkannte Olive, die reglos und mit aufgerissenen Augen in Gregs Armen hing. Vor Schmerz fiel er auf die Knie und presste Olive fest an seine Brust, während immer noch Blut aus ihrer offenen Wunde am Hals quoll.

Kaila fühlte sich, als ob sie jemand mit einem Rammklotz in die Magengrube getroffen hätte. Das Geschoss war für sie bestimmt gewesen. Ein Mädchen, dass für niemanden jemals ein böses Wort übrighatte, war an ihrer statt tödlich getroffen worden.

Anmerkung der Autorin:

Obwohl die Szenen in meinen Roman passen, glaube ich dennoch, dass ich noch einiges ändern werde. Ich bin noch nicht zufrieden. Aber mal sehen, wie es wirkt, wenn dieses Kapitel fertig ist.

© Patrizia K. Werner 2019

Alle Rechte, einschließlich des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.

Dies ist eine fiktive Geschichte, Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen, Orten und sonstigen Begebenheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

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