Lesen oder Schreiben?

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Lesen oder Schreiben? Was fördert meinen Schreibstil mehr?

Was sagen all die Schriftsteller dazu, die es bereits geschafft haben?

Der eine sagt, du musst viel lesen, um besser zu werden, der andere hingegen meint, dass nur tägliches Schreiben, also das Ausüben des Handwerks, zum Erfolg führen. Doch die große Mehrheit ist sich sicher, dass nur beides einen erfolgreichen Schriftsteller ausmacht. Stephen King schreibt täglich um die drei Stunden und ließt den Rest des Tages. Er schwört darauf, dass nur das den erfolgreichen von dem mäßigen Autor unterscheidet. Willst du der Beste sein, dann gib auch dein Bestes. J. K. Rowling erteilt die selben Ratschläge. Übe das Schreiben täglich und lese Romane, um von deinen Vorgängern zu lernen. Ich könnte die Liste unserer Vorbilder ewig fortführen. Doch ich möchte den Rahmen dieses Artikels nicht sprengen.

Warum frage ich mich das überhaupt? Ist die Antwort nicht damit schon gegeben?

Nun, meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass es vor allem das Schreiben ist, dass meinen Stil verfeinert und mir die Arbeit enorm erleichtert. Das Jahr, in dem ich eine Challenge zum täglichen Schreiben absolviert habe, hat mir wahrlich die Augen geöffnet.

– Um die Frage gleich vorweg zu nehmen, Ja, ich habe zuvor nicht täglich geschrieben. Meistens waren das bei mir wahre Schreibexzesse von mehreren Tagen, auf die eine Schreibflaute von mehreren Wochen folgte. –

Diesen Kreislauf wollte ich durchbrechen und habe mich gefragt, wie es sich wohl nicht nur auf mein Vorankommen, sondern sogar auf meinen Schreibstil auswirken würde? Schließlich predigen die ganz Großen in dieser Branche, dass das Schreiben ein Handwerk ist, dass nur besser werden kann, wenn man es auch täglich übt. Also habe ich mich kurzerhand der Herausforderung gestellt, täglich eine kurze Geschichte oder einen Szenenausschnitt zu schreiben, der mir gerade in den Sinn kam.

Die Anfänge meines Selbstversuchs

Das Schwierige am Anfang war tatsächlich nicht die Motivation zu schreiben, sondern sich zu bremsen, um nicht auszubrennen. Ich wollte auf keinen Fall bereits am Anfang in eine erneute Schreibflaute fallen. Das richtige Mass hierbei zu finden, wann also genug ist und ich am nächsten Tag weitermachen muss, erwies sich also als problematisch und nicht wie zu Beginn erwartet, sich täglich aufs Neue zum Schreiben zu motivieren.

Beim Voranschreiten des Versuchs wurden die Anfangsschwierigkeiten durch andere Hürden ersetzt

Doch je weiter ich in der Challenge kam, desto leichter wurde es ein Ende zu finden, aber umso schwerer wurde es dann, sich täglich zu motivieren. Wie bei einem Staffellauf wurde der Stab an den nächsten weitergegeben. Plötzlich sah ich mich erneut mit der Schreibflaute konfrontiert. Dennoch gelang es mir, weiterzumachen. Denn dieses Mal gab es einen Unterschied zu den vorherigen Flauten, der mir plötzlich ins Bewusstsein rückte. Die Flaute konnte man überwinden, wenn man sich an den Tagen und Wochen zuvor nicht so verausgabt hatte.

Ich weiß, wie das klingt. Wie blind kann man sein, um das nicht von Anfang an gesehen zu haben? Aber ich saß so tief in diesem Treibsand fest, dass ich mich kaum drehen konnte, um Lösungen zu erkennen.

Kommen wir zum Lesen

Lesen macht mir Spaß, ob Roman oder Fachbuch. Ich brauche die Abwechslung. Auch in den Genres. Allerdings hatte ich nie den Eindruck gewonnen, dass das Lesen mir einen solch enormen Schritt nach vorne gegeben hätte, wie das tägliche Schreiben, wo mich der Effekt beinahe ansprang.

Was kann ich euch aus meiner Erfahrung mitgeben?

Ich denke, das ist so ziemlich wie in jedem künstlerischen Beruf. Du musst deinen eigenen Weg finden. Dabei kannst du dich zwar von anderen Autoren großer Romane inspirieren lassen, doch versuche nicht, deren Pfad einzuschlagen. Dann verläufst du dich nur und bleibst schlimmstenfalls an Ort und Stelle stehen. So wie ich das eine zeitlang tat. Mittlerweile kann mich nur noch wenig ausbremsen, mich also am täglichen Schreiben hindern. Ich liebe meine Arbeit dadurch nur noch mehr. Und noch mehr liebe ich es, meine Geschichten täglich wachsen zu sehen.