Perfektionismusfalle

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Perfektion gibt es nicht

Sei mir nicht böse, wenn ich jetzt ziemlich hart sagen muss: Perfektion ist eine Illusion! Sie ist wie der Horizont: Wenn du dich ihr näherst, weicht sie immer wieder von dir weg. Du kannst sie nie erreichen.

Wie die Perfektion meine Arbeit erschwert

Perfektionismus ist der Grund, warum ich so lange gebraucht habe, um mein erstes Buch zu veröffentlichen. Tatsache ist nämlich, dass mein Manuskript bereits nach einem Jahr fertig war. Doch ich konnte es mir nicht eingestehen, dass meine Leistung gut genug war, um damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Also habe ich es einigen zum Betalesen gegeben und selbst nochmal an meinem Manuskript herumgedoktert, bis es zum Schluss total durcheinander und voller Logikfehler war. Meine Lektorin hat dann versucht, einiges aufzubügeln. Dabei stellt sich heraus, dass alle Szenen, die ich für nicht gut genug erachtet habe oder auch von Betalesern kritisiert wurden, wieder reinmussten.

Du bist nicht allein damit

Die zahlreichen Logikfehler sind durch meinen zerstörerischen Willen entstanden, eine perfekte Arbeit abgeben zu müssen. Fakt ist aber, dass nicht einmal ein Stephen King oder Sebastian Fitzek ein perfektes Manuskript abliefern. Auch sie brauchen Lektoren, um ihre Arbeiten Korrektur lesen zu lassen. Und zum Schluss finden sich immer noch Fehler in ihren veröffentlichten Romanen. Fakt ist auch, dass es immer noch zahlreiche Leser gibt, die ihre Werke dennoch mit Begeisterung verschlingen, denen wahrscheinlich die Fehler nicht einmal auffallen, weil sie nicht mit der Intension an das Buch herangehen, es nun nach Perfektion zu überprüfen.

Was ich daraus gelernt habe

Auf die harte Tour musste ich lernen, dass die Perfektion mir das Arbeiten schwermacht, indem sie mich daran hindert, meine Arbeit fertig zu stellen, und nicht wie ich ursprünglich glaubte, meine Ausdauer füttert, eine perfekte Arbeit abzuliefern, die über jegliche negative Kritik erhaben ist.

Als ich die erste Fassung von Panteona – Das Erwachen geschrieben habe, war sie zwar nicht perfekt, doch bereits gut gewesen. Ich denke, der ausschlaggebende Punkt hier war, dass ich nicht versucht habe, eine perfekte Arbeit abzuliefern. Denn damals wollte ich nur mal schauen, ob ich überhaupt ein Buch schreiben könnte. Und was war die Folge davon? Ich bin nach einem Jahr mit meinem ersten Buch fertig geworden und das ohne jemals vorher oder währenddessen Ratschläge oder Tipps eingeholt zu haben, geschweige denn vorher geübt zu haben.

Ich kann es also, wenn ich mir keinen Druck zur Perfektion mache. Und du kannst es auch!

Schreibe für dich, nicht für andere!

Solltest du ein Autor oder Autorin sein, der/die sich hier einen Rat sucht, dann ist das hier mein wertvollster Tipp für dich. Schreib einfach! Überarbeite deinen Text nicht schon während es noch in den Kinderschuhen steckt. Überlege dir nicht schon während des Ausarbeitens einer Idee oder eines Satzes, wie dieser wohl beim Publikum ankommt. Wenn du selbst davon überzeugt bist, dann ist es auch gut. Und mehr als gute Arbeit kann niemand von uns verlangen.