Streben nach Anerkennung

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Warum strebe ich nach Anerkennung in meinem Beruf?

Ich sitze gerade an der Ausarbeitung des Manuskripts meiner nächsten Buchserie und da habe ich mich plötzlich gefragt, warum ich nur so nach Anerkennung von außen strebe.

Liegt es an meiner Erziehung und Erfahrung als Kind, dass man nur gesehen wurde, wenn man etwas geleistet hat, oder liegt es in unserer Natur? Schließlich wollen wir doch alle Anerkennung für unsere Arbeit. Sei es nun die Anerkennung der Familie, für die man sorgt, oder die Anerkennung der Leser des eigenen Buchs.

Warum fühlt sich eine Arbeit so leer und sinnlos an, wenn man sie ausschließlich für sich selbst macht, wenn also niemand liest, was du schreibst?

Ich habe mich in diesem Thema ein wenig eingelesen und bin dabei auf folgende Erklärung gestoßen. Das Streben nach Anerkennung hat zwei tiefergehende Triebfedern.

Die eine soll sicherstellen, dass wir nicht aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Wir wollen uns von unseren Mitmenschen aufgenommen fühlen. Das ist ein Urbedürfnis, dass uns in Zeiten, wo wir noch Jäger und Sammler waren, davor bewahrte, auf uns allein gestellt zu sein, da dies unseren sicheren Tod bedeutete. Fakt ist nämlich, dass wir Menschen, soziale Wesen sind. Wir achten aufeinander und sorgen füreinander. Wer anerkannt wird, sichert somit sein Überleben. Dieses Bedürfnis ist so tief in uns verwurzelt, dass wir es nicht einfach abschütteln können.

Die zweite Triebfeder ist das Bedürfnis, ewig zu leben. Auch hier sind es wieder unsere Urinstinkte, die uns leiten. Die Fortpflanzung dient demnach, dass unsere Gene, typischen äußerlichen Merkmale, aber auch charakterliche Wesenszüge von einer Generation in die nächste weitergereicht werden. Ich will jetzt hier nicht zu biologisch werden, deshalb kürze ich es ab und fasse es zusammen. Denn auch die Wandmalerei in Höhlen war für die Ewigkeit. Sogar unsere Vorfahren aus der Steinzeit hatten bereits dieses Bedürfnis verspürt, sich zu verewigen. Wo liegt da also der Unterschied zu uns heute?

Wenn ich bereits zu Staub geworden bin, werden meine Geschichten weiterleben. Meine Gedanken werden mich überdauern.

Diese beiden Urbedürfnis sind also völlig natürlich und somit auch mein Bedürfnis nach Anerkennung.

Wenn sie mich doch nur nicht immer so ausbremsen würde. Für jemanden, der perfekte Arbeit erbringen will, kann es nämlich auch dazu führen, dass ich immer wieder und wieder überarbeite, ohne jemals zufrieden zu sein wie J. R. R. Tolkien. Die Furcht vor der Kritik und damit dem Ausschluss aus der Gesellschaft, ist oft größer als man wahrhaben will.

Wenn du mehr zum Perfektionismus und seine Auswirkung auf unsere Arbeit lesen willst, folge diesem Link zu meinem Eintrag zu Perfektionismusfalle.